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Übersicht Kleinhüningen

Kaum eine Strecke hat im Laufe der Zeit derartig komplizierte Änderungen erfahren wie diejenige im Gebiet von Kleinhüningen. Die folgenden Skizzen erklären den Streckenverlauf von der Klybeckstrasse bis ins Dorf Kleinhüningen von 1897 bis 1960:

                 

Von 1897 bis 1930 führte die Strecke von der Klybeckstrasse via Kleinhüningerstrasse über die Wiese ins Dorf Kleinhüningen (seit 1908 von Basel eingemeindet). Die Strecke war ursprünglich eingleisig mit einer Ausweichstelle bei der Inselstrasse und vor dem stumpfen Streckenende. 1907 wurde das Depot Wiesenplatz und dessen Zufahrt via Gärtnerstrasse eröffnet. Bis 1911 wurde bis auf ein kurzes Stück am Streckenende und auf der Wiesenbrücke die Strecke doppelspurig. 1918 wurde die Strecke durch die Inselstrasse in Betrieb genommen (und von der Linie 12 kursmässig befahren). 1922 wurde das Streckenende eingekürzt und schräg gegenüber vom Restaurant Schiff eine (enge) Wendeschlaufe auf gemietetem Boden erstellt. Die alte und schmale Eisenbogenbrücke über die Wiese erhielt dabei eine Gleisverschlingung (bis 1960 bestehend).

                 

Schwarz: Streckengeleise und Depotzufahrten, grau: Stillgelegte Strecken oder Dienstgeleise

1931 musste die gesamte Strecke durch die Kleinhüningerstrasse vorübergehend stillgelegt werden, weil Drainagearbeiten erforderlich wurden, nachdem der Wasserstand des Rheins nach dem Kraftwerkbau von Kembs angestiegen war. Dazu wurde die Strecke vom Depot Wiesenplatz via Gärtnerstrasse über eine neue Wiesenbrücke zur Kleinhüningeranlage gebaut und in Betrieb genommen. Im folgenden Jahr konnte die alte Strecke durch die Kleinhüningerstrasse wieder benutzt werden. Ende 1933 wurde sie via Hochbergerstrasse mit der Neubaustrecke verbunden und die alte Strecke ins Dorf mitsamt der Schlaufe stillgelegt. Die Tramkurse wendeten entweder über den Gleiswechsel auf dem Hochbergerplatz oder über das Gleisdreieck der Kleinhüninger-Anlage. Die Neubaustrecke durch die Gärtnerstrasse wurde im normalen Linienverkehr nicht benutzt.

Etwa 1940 wurde der Kreiselverkehr im Gegenuhrzeigersinn eingeführt, so wie er noch heute existiert. Während den Kriegsjahren waren nämlich viele Teilzeitbeschäftigte, erstmals auch Frauen, im Billeteurdienst tätig. Durch die neue Linienführung konnte das aufwändige Umstellen auf dem Hochbergerplatz vermieden werden. Kurioserweise fuhr das Tram auf der neuen Wiesenbrücke im Linksverkehr und wechselte in der Haltestelle Hochbergerplatz auf die rechte Strassenseite. Auf den unbenutzten Geleisen im Gebiet der Hochbergerstrasse und neuen Wiesenbrücke entstanden in den Fünfzigerjahren übrigens zahlreiche Fotos von BVB-Fahrzeugen (Bugatti-Werkaufnahmen, Ce 2/2 27‘‘ und viele mehr). 1960 musste die baufällige Eisenbogenbrücke über die Wiese einem Neubau weichen. Dies war Anlass, den Streckenendpunkt auf das linke Wiesenufer zu verlegen. Die nicht mehr benötigten Geleise aus dem ehemaligen Doppelspurbetrieb in der Gärtnerstrasse, Klybeckstrasse und Kleinhüningerstrasse wurden in den folgenden Jahren entfernt. Heute ist die Gleissituation weitgehend unverändert, lediglich die Abstellgeleise an der Endstation sind entfernt worden.

 


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