www.tram-basel.ch - Das unabhängige Basler Tram-Portal
                 
Rollmaterial:                     


BEB: Motorwagen Ce 2/3 7-9

Die Motorwagen 7-9 vom Typ Minden-Merseburg-Podsdam wurden Mitte 1920 durch Lindner & Siemens in Ammendorf bei Halle (Deutschland) gebaut und zur Zeit der grossen deutschen Inflation (deshalb der Übername "Valuta") etwa anfangs 1921 von der Birseckbahn sehr günstig erworben. Diese drei Motorwagen blieben bis 1971 die letzten Neuerwerbungen dieser Bahn! Als Zweiachser gebaut, hatten sie einen für damalige Verhältnisse extremen Radstand von 3 Metern mit unruhigem Lauf. 1934 wurde das zweiachsige Untergestell durch ein dreiachsiges SLM-Lenk-Untergestell ersetzt, die Laufeigenschaften waren jetzt perfekt. Erst 1952 wurde der bisher vorhandene und zu schwache S+S Schleifring-Kontroller durch einen BBC-Nockenkontroller ersetzt und damit die elektrische Bremsung erst ermöglicht. Bei der Birseckbahn galt allerdings die Regel, dass die Druckluftbremse als Betriebs- und Notbremse galt, während die elektrische Bremse so gut wie nicht benutzt wurde (Info W.L.). Ansonsten haben die drei Motorwagen kaum Änderungen erfahren. Sie standen bis Ende 1971 in regelmässigem Einsatz. Die Wagen 7 und 8 wurden 1972 verschrottet, der Wagen 9 wurde 1972 im Depot Arlesheim remisiert und 1974 an eine Museumsbahn abgegeben. Er befindet sich heute in Kärnten in nicht betriebsfähigem Zustand.

Technische Daten

Baujahr1920(Ce 2/2)1934 (Ce 2/3)
ErbauerLindnerSLM Winterthur
Elektrische AusrüstungSiemens 
Motoren2 Motoren Siemens à 63 PS 
Radstand3.000 m 4.600 m
Raddurchmesser850 mm 
Tara-Gewicht14.4 t 
Länge über Kupplung11.080 m11.080 m
Breite2.100 m2.100 m
V max.35 km/h40 km/h
Fassungsvermögen56: 24 Sitz- und 32 Stehplätze56: 24 Sitz- und 32 Stehplätze
spätere Änderungen

1922: Montage von Storen
1934: Neues Dreiachs-Untergestell SLM
1935: Ersatz Lyrabügel durch Pantograf
1952: Neue BBC-Nockenkontroller
um 1952: Neue rote satt graue Zierlinien

Typenskizze


Skizze eines Ce 2/2 7-9 der Birseckbahn im Zustand zwischen 1921 und 1934.

Bild Ce 2/3 folgt
Skizze desselben Fahrzeugs nach Einbau eines SLM-Dreiachs-Untergestells (1934).

Rollmaterial-Geschichte

Nr.InbetriebAbbruchAbbildungsnachweis und Bemerkungen
719211972CJ69: Bild 266 (1955), Bild 328 (1965), HS87: 160 (1926).
Ausrangiert 31.12.1971. 14.1.1972 Abbruch Wagenkasten, 11.7.1972 Abbruch Untergestell durch P.Schlatter.
819211972CJ69: Bild 267- 269.
1963/1965 Einbau Totmann und pneumatische Schiebetüren für Einmannbetrieb. 1967 unfallbedingt mit neuer Stahlplattform ausgerüstet. Ausrangiert 31.12.1971. 11.7.1972 Abbruch durch P.Schlatter, Münchwilen.
91921ErhaltCJ69: Bild 270-274 (1952, 1965), Bild 315, Bild 346 (1940), HS87: 46 (1964), 161 (1953, 1965, 1970), TB7: 36.
1968: Einbau Totmann und pneumatische Türe rechts für Einmannbetrieb. Ausrangiert per 1.3.1972. Am 8.4.1974 zusammen mit dem BVB 160 und 1130 nach Klagenfurt abgegeben und später dem Eisenbahnmuseum Hannover weiter vermittelt, wo es im Freien abgestellt war. Gelangte im September 1997 mit finanzieller Unterstützung des TCB ins Museum Kärntner Erlebnisbahnen. Das Fahrzeug ist heute angeblich in schlechtem Zustand.

Bilder

Die in Deutschland im Jahre 1921, zur Zeit der grossen Inflation, gekauften Wagen waren zuerst zweiachsig. 1934 sind die Fahrzeuge mit einem neuen Dreiachs-Fahrgestell versehen worden. Die gut sichbaren Dachwiderstände waren nur beim Wagen 9 vorhanden, nicht aber bei den Wagen 7 und 8 (Bild von 1968, Archiv BVB).

 


Alle Rechte © www.tram-basel.ch und Heiner Ziegler (Stand: 24.04.2004) - Letzte Änderung: 17.07.2012