WB: Dampfloks G 3/3 3-4‘
Als dritte Dampflok der WB wurde am 29.9.1881 die erste "Dreikupplerlokomotive" bestellt. Diese wurde bereits am 7.4.1882, durch die Lokomotivfabrik Krauss & Co aus München, bei der WB angeliefert. Nach den üblichen Tests und Prüfungen konnte die Maschine ab dem 4.6.1882 im regulären Fahrplandienst eingesetzt werden. Zum Gedenken an alt Bundesrat Jakob Dubs (1822-1879), der sich sehr für die Förderung von Schmalspur- und Regionalbahnen engagiert hatte, erhielt die nun stärkste Maschine der WB seinen Namen. In ihrer Dienstzeit erfuhr die Lok diverse Umbauten und Nachrüstungen, bis fast zum "Neubau" durch den Einbau eines komplett neuen Kessels (1903) und den Ersatz des Triebwerks im 1905. Zu diesem Zeitpunkt ist wahrscheinlich auch die Ursprüngliche Triebwerksverkleidung demontiert worden. Am 6.1.1915 wurde die Lok vom Fahrplandienst suspendiert und nach vielen Vorspann- und Reservedienste am 25.10.1940 an Reimann, Schiff- und Wasserbau, Basel verkauft.
Die vierte Dampflok der WB mit dem Namen "Waldenburg" wurde am 5.4.1887 abgeliefert und tags darauf in den Fahrplanbetrieb genommen. Gebaut wurde die dreiachsige Maschine von der Schweizerischen Lokomotiv- und Maschinenfabrik in Winterthur (SLM) mit der Fabrikationsnummer 458. Die Lok hatte hoch liegende Zylinder mit schräg angeordnetem Triebwerk, dessen Antriebsstange auf die mittlere Achse wirkte. Der Karosserierahmen lag ausserhalb des Räderwerks. Wasser- und Kohlenvorräte lagerten seitlich des Kessels, die Kohle teilweise auch im Führerhaus. Von der Lok Nr. 4 wissen wir, dass sie reparaturanfällig war. Bereits 1892 mussten sehr kostspielige Reparaturen ausgeführt werden. Nach erst 22 Betriebsjahren mit etwas über 207‘000 Kilometern wurde das Sorgenkind deswegen ausgemustert und verschrottet. Von dieser Lokomotive sind bis jetzt nur gerade zwei Fotos bekannt, beide sind in den drei genannten Büchern über die WB abgebildet und unten wiedergegeben.
Technische Daten
| G 3/3 Nr. 3 "Dubs"
| G 3/3 Nr. 4‘ "Waldenburg"
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| Inbetriebnahme | 1882 | 1887 |
| Erbauer | Krauss & Co., München (Nr.1049) | SLM Winterthur (Nr.458) |
| Anschaffungspreis | RM 10‘710.- (SFr. 20‘250.-) | SFr. 17‘700.- |
| Zylinderdurchmesser | 225 mm | 240 mm |
| Kolbenhub | 350 mm | 350 mm |
| Feuerbüchse | Kupfer (?) | Kupfer |
| Heizfläche direkt | 1.96 m2 (ab 1903: 2.65 m2) | 2.8 m2 |
| total Heizfläche | 23.55 m2 (ab 1903: 26.65 m2) | 23.5 m2 |
| Rostfläche | 0.44 m2 (ab 1903: 0.53 m2) | 0.43 m2 |
| Dampfdruck | 14 bar | 14 bar |
| Siederohre | 71 Stück (ab 1903: 77 Stück) | 68 Stück |
| Siederohr-Länge | 2‘200 mm | 2‘200 mm |
| Wasservorrat | 1‘800 l | 1‘800 l |
| Kohlenvorrat | 550 kg | 550 kg |
| Zugkraft bei max. Kesseldruck (Leistung) | 1‘650 kg (ca. 120 PS) | 1‘850 kg (ca. 175 PS) |
| Radstand | 1‘800 mm | 1‘800 mm |
| Raddurchmesser | 750 mm | 750 mm |
| Tara-Gewicht | 10‘700 kg (ab 1903: 11‘000 kg) | 11‘500 kg |
| Dienstgewicht (Adhäsionsgewicht) | 14‘000 kg (14‘000 kg), ab 1903: 14‘500 kg | 14‘850 kg (14‘850 kg) |
| Länge über Kupplung | 5‘340 mm | 5‘450 mm |
| Spurweite | 750 mm | 750 mm |
| V max. | 25 km/h | 25 km/h |
| Bremsen | Extersche Hebelbremse (wirkt nur auf Lok) | Gegendruckbremse (wirkt nur auf Lok), automatische Vakuumbremse (Hardy) |
| spätere Änderungen | 1890: Dampfdom 1892: Gegendruckbremese (nur Lok), automatische Vakuumbremse (Hardy), Einrichtung für Dampfheizung 1903: umfassende Renovation und Umbau bei der SLM, neuer Kessel 1905: neues Triebwerk | 1891: Einrichtung für Dampfheizung |
Typenskizze

Phantom-Skizze der G 3/3 Nr.3 "Dubs" (1882) der Waldenburgerbahn. Die Maschine hatte ursprünglich eine Fahrwerkverkleidung und andere Kesselaufsätze. 1903 wurde sie von der SLM umfassend revidiert und umgebaut. Die Skizze wurde mangels Plänen anhand von Fotos erstellt und entspricht dem Aussehen nach dem Umbau von 1903. Die Lok wurde 1940 ausgemustert und verkauft.

Skizze der G 3/3 Nr.4 "Waldenburg" (1887) der Waldenburgerbahn. Die Maschine hatte eine hohe Zylinderlage mit Brownsteuerung. Besonderes Merkmal war das schräg gestellte Triebwerk. Die reparaturanfällige Lok wurde bereits 1910 ausgemustert und verschrottet.
Rollmaterial-Geschichte
| Nr. | Inbetrieb | Ausmusterung | Abbildungsnachweis und Bemerkungen |
3 Dubs | 1882 | 1940 |
CJ4: 5, 6. WB78: 9, 10. WB80: 22, 105. WB00: 84, 124, 128, 129, 130.
Ablieferung am 7.4.1882 (Krauss & Co. München, mit Fabriknummer 1049). Probefahrten ab 11.5.1882. Fahrplandienst ab 4.6.1882. Aufsetzten eines Dampfdoms im November 1890 bei der SLM in Winterthur. Einbau der automatischen Vakuumbremse (Hardy), Gegendruckbremse, Geschwindigkeitsmesser und Einrichtung für Dampfheizung im 1892. Einbau eines neuen Kessels bei der SLM 1903. Ersetzen des Triebwerks 1905. Hauptrevision 1912. Ab dem 6.1.1915 Reservelok und als Vorspannmaschine für schwere Züge. Am 9.2.1940 leihweise Abgabe an die Firma Reimann, Schiff- und Wasserbau in Basel, am 25.10.1940 Verkauf zum Preis von Fr. 1‘500.- an diese Firma. Weiterer Einsatz als stationäre Dampfmaschine. Weiteres Schicksal und Abbruchdatum unbekannt. (WB00: 127-130)
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4 Waldenburg | 1887 | 1910 |
CJ4: 7. WB78: 12, 13. WB80: 6, 106. WB00: 77, 132.
Ablieferung am 1887 (SLM Winterthur, mit Fabriknummer 458) Probefahrten ab 5.4.1887, Fahrplandienst ab 6.4.1887. Bruch eines Steuerungsteils mit daraus resultierendem schweren Triebwerkschaden 1.-9.4.1891. Montage des Ejektors und der Rohrleitung zur Hardy Bremse April/Mai 1891. Feste Montage der Führerhaus Rückwand 17.9.1891. Montage der Dampfheizung am 15.10.1891. Hauptuntersuchung am 17.2.1892 mit dem Ergebnis einer langen Reparaturliste. Letzte Revision 1908. Ausmusterung und Abbruch 1910. (WB00: 130, 131) |
Bilder
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WB 3: Die "Dubs" im Originalzustand. Mit geöffneter Fahrwerkverkleidung, fehlendem Dampfdom und den hohen Kamin.
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Dieselbe Lokomotive nach dem grossen Umbau von 1903 bei der SLM. Die Lok hat einen völlig neuen Kessel erhalten. 1905 wurde auch noch das Fahrwerk ersetzt. Dabei ist wahrscheinlich auf das Montieren der Verkleidung verzichtet worden.
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WB 4: Die beiden einzigen bisher bekannten Abbildungen der Dampflok Nr.4 um die Jahrhundertwende. Die dreiachsige Maschine fiel auf durch ihr schräg angeordnetes Triebwerk. Wegen Reparaturanfälligkeit mit hohen Folgekosten wurde sie bereits 1910 ausgemustert.
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